Podcast SYSTEMKOMPETENZ Folge 6 -
Freiheit für den Kopf: Wie abschalten?

Vertrauen ist der Anfang von allem?

Wie Sie durch aktives Abschalten Ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen.

Pause machen, den Kopf freibekommen – für viele Führungskräfte sind das geradezu Fremdwörter. Sie denken, je mehr sie arbeiten, desto erfolgreicher werden sie sein. Aber Erfolg braucht Kreativität und Kreativität braucht Auszeiten. Nur wenn man seinem Hirn auch mal Ruhe gönnt, kann es danach umso einfallsreichere Ideen entwickeln. Bekommt unser Denkapparat keine Ruhepausen, ist er irgendwann ausgepowert und läuft auf Sparflamme. Dann können wir zwar unsere Aufgaben noch problemlos erledigen, aber Neuheiten werden wir nicht erfinden. Doch gerade dieser Innovationsgeist unterscheidet einen Manager, der sein Unternehmen lediglich steuert, von einem Visionär, der es voranbringt.

Bei visionären Entwicklungen fragen sich Außenstehende meist, wie jemand darauf kommen konnte, was den Unterschied macht. Alle denken, das müsse harte und vor allem pausenlose Arbeit und somit viel Stress gewesen sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Sie kennen diesen Effekt bestimmt aus dem Urlaub. Wenn Sie zwei Wochen im Urlaub waren, sind Sie hinterher meist viel kreativer als vorher. Nur können und sollten neue Ideen nicht immer bis zum nächsten Urlaub warten. Die meisten machen zweimal im Jahr Urlaub. Das bedeutet, dass sie zweimal im Jahr kreativ sind. Das ist ein bisschen wenig für einen Visionär. Wenn Sie etwas bewegen wollen, brauchen Sie diesen Effekt permanent. Und dafür müssen und sollten Sie alle Ressourcen nutzen, die sich Ihnen bieten. Sprich, es ist völlig egal, wo und wie Sie sich Auszeiten schaffen, aber Sie müssen es tun. Nicht die Methode zählt, sondern der Effekt.
Für mich ist beispielsweise Meditation das Mittel der Wahl. Ich nehme mir jeden (wirklich jeden) Mittag eine fünfzehnminütige Auszeit, um zu meditieren. In dieser Zeit komme ich runter und entspanne mich, um danach erholt und umso fokussierter und kreativer wieder ans Werk zu gehen. Sie sind nun sicherlich überrascht, dass jemand wie ich meditiert. Aber glauben Sie mir, das tun viele beruflich erfolgreiche Personen. Die wenigsten sprechen allerdings darüber. Denn das Meditieren hat immer noch ein spirituelles, etwas weltfremdes Image.
Ähnlich ist es mit der Unterstützung durch einen Psychologen. Viele nutzen sie, aber kaum jemand würde es zugeben. Denn einen Psychologen braucht doch nur jemand, der krank ist. Dabei ist es heutzutage Standard, einen Psychologen als Supervisor an der Seite zu haben. Denn die meisten kreativen Köpfe, die mit ihren Visionen Unternehmen voranbringen, müssen ein enormes Pensum bewältigen, – sie wollen schließlich nicht nur Manager sein, die irgendetwas steuern, sondern Weiterentwicklungen initiieren. Dafür müssen sie sich jedoch immer wieder resetten.

Kreativität besteht aus mehreren Aspekten. Einer davon ist, den Kopf freizubekommen, um Platz für neue Ideen zu schaffen. Kreativität baut sich auf, wenn wir unseren Standpunkt wechseln. Das meint auch einen tatsächlichen, sprich physischen Standpunkt-, also Standortwechsel. Damit all das funktioniert und Sie Ihre Auszeit wirklich bekommen, müssen Sie allerdings Ihr Umfeld erziehen. Sie geben vor, wann Sie erreichbar sind und wann nicht. Denn wenn Sie ganz oben mitspielen möchten, müssen Sie kreative Einfälle auf Knopfdruck abrufen können. Und um das zu schaffen, können Sie sich nicht mit dem Beantworten von E-Mails oder dem Entgegennehmen von Anrufen beschäftigen.

Um Visionen entwickeln zu können, gibt es drei entscheidende Faktoren. Zum einen müssen Sie Ihr alltägliches Hamsterrad verlassen und sich einen Blick von außen auf die Situation verschaffen. Sie müssen sich von allem freimachen, alles loslassen. Welche Methode Sie dafür wählen, hängt von Ihren Präferenzen ab.
Womit wir beim zweiten Faktor sind: Probieren Sie verschiedene Dinge aus, geben Sie jedem Ansatz eine Chance und lehnen Sie nichts von vornherein ab. Versuchen Sie es zudem nicht allein–holen Sie sich Unterstützung. Wenn für Sie Sport die Methode der Wahl ist, suchen Sie sich einen Personal Trainer. Wollen Sie meditieren, suchen Sie sich jemanden, der geführte Meditationen anbietet. Selbst schlichtes Abschauen ist erlaubt. Sehen Sie bei jemand anderem eine Idee, die Ihnen ebenfalls beim Abschalten helfen könnte, übernehmen Sie sie.
Und der dritte wichtige Aspekt ist, dass Sie sich stets vor Augen halten, warum Sie das alles tun. Sie machen das nicht, um Ihre Leistungsfähigkeit von 100 auf 120Prozent zu steigern. Wenn Sie dauerhaft 120Prozent geben, stehen Sie bald vor dem Burn-out. Es geht vielmehr darum, zwei-bis dreihundert Prozent zu erzielen, aber in dem Sinne, dass Sie 100Prozent zwei-bis dreimal schaffen. Wem das gelingt, ist ein wahrer Visionär. So jemand kann andere begeistern und immer wieder erfolgreich etwas Neues aufbauen. Für Visionäre gibt es keine Obergrenze hinsichtlich dessen, was sie erreichen können.

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