Podcast SYSTEMKOMPETENZ Folge 11 –
Macht, Geld und Stuhlsäger

Die Konkurrenz schläft nicht

Wie Sie Ihren Stuhl sichern, wenn ein anderer die Säge auspackt.

Nachdem Sie es einmal nach oben in die Führungsetage geschafft haben, wird es um Sie herum immer jemanden geben, der Ihnen Ihren Posten streitig machen will. In aller Regel geht es dabei um Geld–Sie selbst kennen den Unterschied Ihres Jahresgehalts zu dem von jemandem eine Ebene tiefer. Außerdem verfügen Sie über ein deutlich größeres Budget, das Ihnen viel größere Gestaltungsspielräume verschafft. Doch dieses Geld und diese Möglichkeiten hätten auch andere gern. Abgesehen davon, denken einige Menschen in Ihrem Umfeld sicherlich, dass sie Ihren Job besser machen würden als Sie.

Sie könnten dann natürlich darauf warten, dass eine Führungsposition auf „natürlichem Wege“ frei wird. Schneller geht es jedoch, wenn sie versuchen, den Stuhl in der Chefetage selbst zu erklimmen, indem sie diesen absägen, sodass derjenige, der gerade darauf sitzt–also Sie!–herunterfällt, um den Stuhl anschließend zu reparieren und dann selbst darauf Platz zu nehmen. Wenn man wirklich einen Posten haben will, ist das manchmal sogar der einzige Weg, ihn zu bekommen. Allerdings ist das Vertrauensverhältnis innerhalb des Unternehmens danach zerrüttet. Deshalb ist es wichtig, wenn man diesen Weg geht, seine Beweggründe offenzulegen. Sollten Sie also auf diese Weise an Ihren Posten gekommen sein oder Gründe dafür haben, so noch weiter nach oben kommen zu wollen, sollten Sie unbedingt ehrlich zu kommunizieren, warum Sie jemand anderen abgesägt haben.

Sitzen Sie jedoch selbst auf dem Stuhl, ist das Wichtigste, von Anfang an zu wissen, mit wem Sie sich gut stellen müssen. Sie müssen die Entscheider und deren Netzwerke kennen. Nur wenn Sie die kennen, können Sie entsprechende Vorkehrungen treffen und sich absichern. Denn so wissen Sie, mit wem Sie sich gut stellen sollten. Sägt dann jemand an Ihrem Stuhl, wird Ihnen das kaum schaden, weil Sie genügend Unterstützer haben. Das höchste Level der Führungskunst ist allerdings, sich selbst so unentbehrlich zu machen, dass niemand auch nur daran denken würde, Ihren Stuhl absägen zu wollen. Dafür müssen Sie quasi zum Gesicht des Unternehmens werden. Denn wenn eine Firma mit einer bestimmten Person identifiziert wird, wird diese nicht rausgeschmissen, ganz unabhängig von ihrer Leistung. Daher ist es Ihre Aufgabe, stets in bestem Kontakt zu den wichtigen Kunden Ihres Unternehmens zu stehen. Sie sollten deren Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder kennen. Jemandem, der das ganze Netzwerk des Unternehmens bedient, unterhält und pflegt, wird man nicht in den Rücken fallen, selbst wenn er Fehler macht. Achten Sie also unbedingt auf Ihre Außenwirkung!

Vernetzen Sie sich, egal ob virtuell oder im persönlichen Kontakt. Mein Motto ist, dass es für einen Manager nur drei wichtige Tage pro Woche gibt: Der Montag, an dem er den Mitarbeitern die Aufgaben zuteilt und Samstag und Sonntag, weil er am Wochenende all die anderen wichtigen Leute trifft–beim Golfen, Skifahren, Jagen oder wobei auch immer. Sie verkaufen folglich nie nur die Leistungen Ihres Unternehmens, sondern immer auch sich selbst.
Wenn Sie dennoch bemerken, dass jemand an Ihrem Stuhl sägt, sollten Sie zuallererst einen kühlen Kopf bewahren. Außerdem sollten Sie sich nicht gegen den „Putschversuch“ wehren oder ihn verhindern wollen, da Sie dabei in den Rechtsfertigungsmodus und somit in eine Defensivposition kommen. Erarbeiten Sie stattdessen eine Gegenstrategie. Überlassen Sie das Definieren des Themas nicht Ihrem Gegenüber.
Haben Sie schlagkräftige Argumente parat. Vorbereitung ist alles! Wo Macht ist, gibt es auch Gegenwind. Rechnen Sie also damit, dass irgendwann jemand versuchen wird, Sie von Ihrem Posten zu stoßen. Dann sind Sie im entscheidenden Moment nicht das Opfer, sondern der Macher. Wenn Sie dann noch aufgrund Ihrer Kontakte unentbehrlich sind, wird Ihr Stuhl nicht so leicht abzusägen sein. Begeistern Sie andere für sich und Ihre Ideen, denn Visionäre leben länger

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