Der Mensch hinter der Systemkompetenz

Vom bilderfreien Denken, unwichtigen Äußerlichkeiten und dem Drang, stets der Beste sein zu wollen

Wer ist eigentlich der Mensch hinter all der Systemkompetenz, die Sie an dieser Stelle stets vermittelt bekommen? Um Ihnen das zu zeigen, ist dies ein Blogt der etwas anderen Art – ein Text voller private Details, voller Einblicke in das Leben von jemandem, der sich beruflich meist um das Leben anderer kümmert.

Gleich zu Anfang möchte ich die Frage klären, woher all diese Systemkompetenz eigentlich kommt. Die Antwort lautet: Ich denke seit jeher in Systemen, mein Gehirn funktioniert nur so. Ich denke nicht visuell wie die meisten Menschen. Fast jeder hat, wenn er etwas erzählt bekommt, sofort ein Bild vor Augen. Diese Fähigkeit besitze ich nicht. Ich denke nicht in Bildern, ich denke immer in Abhandlungen, in Schemata. Das heißt, wenn ich andere Menschen betrachte oder eine Geschichte höre, dann denke ich sofort an das System, das dahintersteckt. Auf diese Weise merke ich mir Situationen. Deshalb war ich im Kunstunterricht immer eine Niete. Meine Bilder waren mies. Aber ich konnte gut darüber erzählen, was andere gemalt haben. Hätte ich meine mangelnde Darstellungskraft nicht durch mein kunstgeschichtliches Wissen wettmachen können, hätte meine Kunstnote womöglich mein Zeugnis ruiniert.

Und das war entscheidend, denn ich will immer der Beste sein. Das hat sich zwar mit den Jahren und mit wachsender Vernunft ein wenig gelegt, doch bis heute nehme ich jeden noch so kleinen Wettbewerb an und will ihn auch gewinnen. Selbst wenn ich mit meiner Tochter die Treppe hochgehe, ist das für uns immer ein Wettkampf. Wer zuerst oben ankommt, triumphiert. Mir reicht es nie, „nur“ einhundert Prozent zu geben. Die sind für mich erst der Anfang. Das ist meine intrinsische Motivation, das bringt mich voran.
Was ich hingegen überhaupt nicht brauche, ist Applaus, also Bestätigung von außen. Ich brauche keinen Ruhm. Daher sind mir Äußerlichkeiten auch nicht besonders wichtig. Ich habe schon als Jugendlicher Anzüge tragen müssen und das nervt mich keineswegs. Aber ich identifiziere mich und andere nicht über Kleidung. In meinem Umfeld habe ich gern Menschen jeglicher Couleur. Ich mag lebensfreudige Zeitgenossen, mit denen ich tiefgründige Gespräche führen kann. Und das geht nicht, wenn sich jemand hinter Klamotten versteckt. Darum habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn ein Vorstandsvorsitzender bei einem privaten Treffen in Shorts und T-Shirt erscheint.

Auch im beruflichen Bereich sind Äußerlichkeiten für mich eher Nebensache. Mein Job ist schließlich, Lösungen für Menschen, für Unternehmen zu finden. Dafür muss und will ich mein Gegenüber verstehen. Gelingt mir das nicht, kann ich ihm nicht behilflich sein. Doch genau darum geht es in meinem Business. Und darum geht es mir auch als Mensch, das ist meine Überzeugung. Ich bin auf die Welt gekommen, um anderen zu helfen, damit sie mehr erreichen können. Mir ist es wichtig, andere nicht zu enttäuschen. Ich will, dass sie nach der Zusammenarbeit mit mir glücklich sind, das reicht mir das völlig. Diese Herausforderung ist das Salz in meiner täglichen Jobsuppe.

Die Ideen dafür kommen mir meist in drei verschiedenen Situationen. Morgens beim Aufstehen, wenn das Gehirn entspannt ist. Außerdem bei der direkten Begegnung mit anderen Menschen. Ich brauche ein Konterpart, um kreativ zu werden. Wenn mir jemand ein Problem schildert, kann ich mich so stark darin hineinversetzen, dass ich die Lösung detailliert vor Augen habe. Meine dritte Inspirationsquelle ist die Meditation, dabei bekomme ich unwahrscheinlich gute Einfälle. Generell orientiere ich mich nicht an der Vergangenheit. Man muss die Vergangenheit zwar anschauen und seine Lehren daraus ziehen. Aber ich hoffe, dass ich, egal wie alt ich bin, immer in die Zukunft schauen kann und darf. Und dass ich nie an den Punkt komme, wo es keine Zukunft mehr gibt.

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